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 100 Jahre Kino
    - die Geschichte des Filmes -

 

 Filmgeschichte  

 Kino Bludenz - Cinema-S  

 1800  
Die Geschichte des Kinos begann in Österreich! Mitte des 19. Jahrhunderts erfand der österreichische Jesuit Athanasius Kircher die „Laterna Magica“. Durch eine Kerze wurde ein gezeichnetes Bild beleuchtet. Durch eine Linse wurde es vergrößert und an eine Wand projiziert. 

Der Österreicher Simon Stampfer und der Belgier Joseph Plateau entwickelten ungefähr zur selben Zeit (1832/33) das Lebensrad. Auf einer sich drehenden Scheibe wurden Figuren gemalt welche man durch sich ebenfalls rotierende Sehschlitze ansehen konnte. Für den Betrachter schien sich nicht die Scheibe sonder die Figuren zu bewegen. 

Eine Kombination von Laterna Magica und verbessertem Lebensrad gelang wieder einem Österreicher. Dem Ingenieur Franz von Uchatius um 1845. Zuvor wurde noch ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung „Kino“ getan. 1839 wurde in England die Fotografie entwickelt. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten alle Bilder gemalt werden

Praxinoskop-Theater
Optisches Spielzeug zur Betrachtung gezeichneter Bewegungsszenen über einen polygonalen Spiegel. Bei Sicht durch die Deckelöffnung scheint das Motiv von einem ebenfalls gespiegelten Dekor umrahmt
 1850  
Nun begannen die ersten Versuche die Wirklichkeit in Bildern abzubilden. Eadweard Muybrideg versuchte zum Beispiel Reihenfotos von einem Pferd in Bewegung aufzunehmen und zu projizieren. Dafür entwickelte der das „Zoopraxiskop“ als Projektionsgerät. 

Der Franzose Etienne-Jules Marey kam bei seinen Experimenten mit Reihenfotografien dem Film am nächsten. Er verwendete ab 1888 anstelle der bis dahin üblichen Filmplatte einen Filmstreifen, welcher am Objektiv vorbeigeführt wurde. Diese Entwicklung griff der Amerikaner Thomas Alva Edison auf. 

Er entwickelte die ersten brauchbaren Aufnahme- und Betrachtungsgeräte für "lebende Bilder". Dafür verwendete er perforierte Zelluloidfilme, die ruckweise über ein Zahnrad am Objektiv vorbeigeführt und dabei belichtet wurden. Für die Wiedergabe wurde ab 1892 das Kinetoskop verwendet. Dies ist ein Kasten in welchem die darin vorbeigeführten Bilder betrachtet werden konnten. Dafür musste der Zuschauer (es konnte immer nur einer den „Film“ sehen) in eine Linse schauen und dabei eine Kurbel betätigen. Später wurde die Kurbel durch einen Elektromotor ersetzt. 

Kinetoskop (1892)


1895 gilt als das Gründungsjahr des „Kinos“. Einer relativ kleine Erneuerung – die Idee mit Greifzähnen den Film zu transportieren – und ihre finanziellen Möglichkeiten verdanken die Brüder Lumières als die Väter des Filmes genannt zu werden.

Ihr Cinématograph war technisch so ausgereift, dass er bereits sämtliche Merkmale des neue Medium erfüllte. (Diese Eigenschaften bilden auch noch heute die Grundlage einer Kinoprojektion.)

+ der Film bestand aus perforierte Filmstreifen
+ die Bildfrequenz von 16 Bildern pro Sekunde
   ergab eine fast flimmerfreie Wiedergabe (heute
   werden 24 Bilder pro Sekunde gezeigt) 
+ jedes Bild steht bei Wiedergabe für die Projektion
   (und auch bei der Aufnahme) kurzzeitig völlig still
   und wird in der Transportphase verdunkelt. 


 
das Kino beruht auf einer optischen Täuschung
Der „stroboskopische Effekt“ besteht darin, dass unser Auge Einzelbilder, die geringfügige Inhaltsunterschiede in einer beliebigen Richtung aufweisen, zu einer kontinuierlichen Bewegung zusammensetzt. Je schneller die Bilder wechseln, desto natürlicher wirkt die Bewegung. 

Am 28. Dezember 1895 präsentierte die Brüder Lumière ihren ersten Film in Paris. Die neue „Schau“ war sofort ein Kassenerfolg. Schon im nächsten Jahr wurde das erste Filmstudio in Montreal erbaut. 

 

 1900  
Die technische Entwicklung war somit großteils abgeschlossen. Die Gestaltung des Filmes – des Inhaltes – jedoch stand erst am Beginn. 1908 benutzte David Wark Griffith zum ersten mal die Kunst des Filmschnitts. Er filmte die Handlung, schnitt sie in kleine Fragmente und fügte sie so zusammen, dass die Spannung erhöht wurde. Zudem begann er mit Licht und Schatten zu experimentieren. 

In diesen Jahren entstand der Film wie wir ihn heute kennen: Der Spielfilm, der Zeichentrickfilm, der Kriegsfilm, die Kostümepos, die Komödie und die Abenteurerfilme. Somit wurden auch die Filmtechniken wie Nahaufnahme, Überblendung, Filmmontage und die ersten Spezialeffekte notwendig. 

1916 siedelten die meisten Filmpoduktionen in den USA nach Kalifornien. Dort was das Klima und das Licht besser und zudem konnten die günstigeren Steuergesetze ausgenutzt werden. „Hollywood“ wurde gegründet. Auch die noch heute bekannten Studios nahmen ihren Anfang. Produzenten wie die Warner Brothers, Samuel Goldwyn, Louis B. Mayer oder William Fox kamen damals zum Film. 

Langsam stieg die Filmlänge auf die heute bekannten 120 Minuten. 

Die ersten Filme zeigten die Menschen bei ihrer Arbeit.

 

  1926 wurde das „Invalidenkino Bludenz“ eröffnet. Der Name geht auf die Kriegsinvaliden zurück, welche das Kino gebaut und bis vor dem Weltkrieg betrieben haben. Im Saal – welcher heute noch die selbe Größe besitzt – fanden 700 Personen Platz.
1927 eroberte der Tonfilm die Herzen der Kinobesucher. Mit den Worten „You ain’t heard nothin yet“ (Ihr habt bisher noch nichts gehört.) begann der erste, offizielle Tonfilm. Natürlich war der Stummfilm zuvor auch nicht wirklich stumm gewesen. Von Anfang an wurden die Bilder mit Klangwerzeugen, Schallplatten oder sogar großen Orchestern begleitet.

Mit dem Tonfilm verblassten jedoch die damaligen Größen des Filmes. Laurel und Hardy als Dick und Doof fanden beim Publikum keinen Anklang mehr. 

Das Kino selbst wurde jedoch nicht nur für die Unterhaltung genutzt. In Österreich wurde mit der „FOX die tönende Wochenschau“ die ersten Nachrichtensendung geboren. Wöchentlich wurden die Beiträge gewechselt und vor dem eigentlichen Kinofilm gezeigt. Aktuelle Bilder vom Geschehen aus Österreich und der ganzen Welt konnten zum ersten Mal gesehen werden. Es gab Zuschauer welche nur wegen dieser Wochenschau ins Kino kamen um gleich danach den Kinosaal wieder zu verlassen. 

Massenmedium und Missbrauch

Politiker aller Schattierungen, von Lenin bis Goebbels, haben die Bedeutung des Films als Massenmedium erkannt, mit dem man die Köpfe der Menschen beherrschen und die sogenannte "öffentliche Meinung" manipulieren kann. Wer die Macht über den Film hat, kann bestimmen, welche Filme gedreht werden und was sie auszusagen haben. Kommunisten und Nationalsozialisten haben von diesem Privileg in zynischem Ausmaß Gebrauch gemacht. 

Dort wo niemand vergleichbare Macht ausübt, übernimmt die "Filmkritik" die Funktion der Meinungsbildung – leider ebenfalls gar zu oft mit der ideologischen Brille. Beispiele dafür sind Sergej M. Eisensteins Film "Streik" von 1924, "Triumph des Willens" von Leni Riefenstahl, 1934 und "Der ewige Jude", 1940 von Fritz Hippler.

aus http://www.sapo-media.de/100kino/

   
 1950  
1950 kam die Wende für das blühende Kinogeschäft. Die Fernseher hielten bei allen Familien Einzug und die Besucherzahlen gingen rasant zurück.

Um der Konkurrenz entgegenzuwirken wurden 3D-Filme entwickelt (welche damals leider keinen großen Anklang fanden) und das Filmformat geändert. Es entstand das „Cinema-Scope“ Format durch welches das Bild wesentlich breiter wurde. Heute haben sich auch die Fernsehgeräte diesem Format (16:9) angepasst.

Zudem kam mehr Farbe ins Bild. Die ersten Farbfilme wurden veröffentlicht.
 

In diesem Buch wurde von ca. 40ig Jahren das Kinoprogramm angepriesen. Der Filmhit wurde gleich schon auf der Titelseite präsentiert. Das gesamte Programm (fast täglich ein anderer Film!) sah man dann auf Seite 1.
 

- mehr zu diesem Buch

1950 wurde das Kinogeschäft in Bludenz wieder aufgenommen. Mit den Einnahmen sollten die Opfer der beiden Weltkriege eine bessere Unterstützung ermöglich werden. 

Sechs Jahre später wurde das Gebäude renoviert und die Sitzplatzanzahl auf 600 verringert. 1986 fand der Stereo-Ton Einzug in das Kino zudem wurde der Sitzkomfort, den höheren Anforderungen entsprechend, erhöht. Ab nun gab es „nur“ mehr 380 Sitzplätze.


Projektor des Wanderkinos

In der Blütezeit gab es in Vorarlberg 17 Kinos und ein Wanderkino.

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1997 wurde das Kino von Hr. Saler Walter übernommen und umgebaut. Aus einem Saal wurden zwei und aus den ehemals 700 Plätzen blieben nun insgesamt 290 übrig. Das Cinema-S war geboren. 

 2000  
Das Kino unterliegt weiterhin einem ständigen Wechsel. Die Konkurrenz ist nicht mehr das Fernsehen sondern das gesamte, großartige Freizeitangebot. Wichtig ist nicht mehr „nur“ einen guten Film zu zeigen sondern dies in einer angemessenen Atomsphäre und Umgebung zu tun. Das Kinogehen wird zum Erlebnis mit Freunden.  
2050  
Was die Zukunft bringt ist noch ungewiss. Sicher ist, dass die Kinos bleiben – ohne die Kinoeinnahmen wäre ein Film nicht finanzierbar. Doch der Kinobesuch wird mehr zum großartigen Abenteuer in großen Kinozentern oder zum Filmerlebnis in kleineren Kinos. Die Technik verabschiedet sich langsam vom Filmstreifen und wird per Laser von der digitalen CD gespielt.